Nachdem nun die kalten Wintertage eingekehrt sind und das Jahr 2017 sich dem Ende zuneigt, haben wir etwas Zeit für einen Jahresrückblick.

Dieses Jahr wurde geprägt durch den Einsatz der YAMAHA R1, welche uns über die Saison als Instruktorenmotorrad zu günstigen Konditionen zur Verfügung stand.

Am 24. März war es soweit: Wolfgang Zeller und ich konnten zwei blaue R1 bei YAMHA-Klein in Dillingen entgegennehmen. Außer der Regelinspektion war dies für mich auch der einzige Besuch einer Motorradwerkstatt, fast schade, denn so freundlich und unkompliziert, wie uns der Inhaber Dominik Klein entgegentrat, entstand sofort ein freundschaftliches Verhältnis. Dass dies nicht nur an diesem Tag so war, zeigte sich später.

Abholung in Dillingen (von links: Sigi Friemel, Dominik Klein, Wolfgang Zeller)


Dass es bei einem hochtechnisierten Motorrad mit viel Elektronik zu keinerlei Problemen kam, ist schon erwähnenswert, immerhin hatte meine Maschine bei Rückgabe fast 8.000km auf dem Tacho, davon rund 6.000km auf der Rennstrecke.

Der erste Rennstreckentermin mit dem MOTORRAD Actionteam stand bereits Mitte April an, so dass wir uns beeilen mussten, die Einfahrphase durch einige Schwarzwaldtouren zügig zu überwinden. Zum Glück spielte das Wetter mit und wir bekamen bei Motorrad Grüneberg in Villingen schnell einen Termin für die Einfahrkontrolle.

Kaffeepause im Schwarzwald


Schnell zeigte sich, dass es sich bei der R1 um einen relativ kompromisslosen Sportler handelt. Manch anderer Supersportler fährt sich wie ein Tourer dagegen. Dennoch lassen sich Strecken um die 250km auf kurvigen Schwarzwaldstraßen gut bewältigen. Dass die Fahrwerksabstimmung auch im Landstraßen-Setup recht straff ist, kann man diesem Motorradtyp wohl nicht vorwerfen.

Jedenfalls haben bereits die ersten Kilometer sehr viel Spaß gemacht, wozu insbesondere das spielerische Handling stark beitrug.



Die Optik eines Motorrads ist natürlich immer Geschmacksache. Wir finden sie einfach nur schön.

Dass wir mit dieser Ansicht nicht alleine sind, zeigte sich auch an den gelegentlich angefahrenen Motorradtreffpunkten am Schluchsee und Hegaublick, wo die beiden R1 schnell die Aufmerksamkeit anderer Motorradfahrer auf sich zogen und man mit dem ein oder anderen ins Gespräch kam.


Am 16./17. April ging es dann zum ersten Renntraining mit dem MOTORRAD Actionteam zum Nürburgring. Leider waren die Wetterverhältnisse recht durchwachsen.

Es war sofort klar, dass der Motor der YAMAHA eine Wucht ist, charaktervoll und leitstungsmässig für unsere Verhältnisse sicherlich über jeden Zweifel erhaben. Auch hinsichtlich Gasannahme und Leistungsentfaltung hat YAMAHA nochmals Hand angelegt und die beim Vorjahresmodell noch etwas ruppige Gasannahme deutlich verbessert.

Die elektronischen Komponenten der R1 sind wohl das Maß der Dinge bei einem Supersportler und lassen sich entsprechend der Nutzung sehr individuell einstellen. Auch das Serienfahrwerk ist nach unserem dafürhalten bereits auf höchstem Niveau. Lediglich die Bremse könnte etwas bissiger sein.

Fahraufnahmen: RACEPIXX.DE


Im Rahmen der Sicherheitstraings wurde die YAMAHA R1 mehrfach eingesetzt. Auch hier zeigte sich die Stärke der Maschine im Handling beim Slalom und Schräglagenübungen, während naturgemäß der Langsamfahrbereich und enge Kreise schon einiges an Mühe abverlangten. Aber dafür wurde sie auch nicht gebaut.

Sicherheits- und Schräglagentraining in St. Georgen


Es folgte eine tolle Rennstreckensaison mit der YAMAHA-R1, in der uns im Rahmen aller Renntrainings des MOTORRAD Actionteams und einiger anderer Veranstaltungen viele Teilnehmer folgen und der eine oder andere zumindest ansatzweise auch das Potential dieser Maschine erleben durfte. Uns war es immer wieder eine Freude, die Teilnehmer unterstützen zu dürfen und ein breites Grinsen unter den Helmen hervorzurufen. Auf der Rennstrecke war die R1 voll in ihrem Element und hat einfach riesig Spaß gemacht.

Fotos: RACEPIXX.DE


In Summe dürften es jeweils schätzungsweise rund 1.500 Rennstreckenrunden und über 100 Teilnehmer gewesen sein, die im Windschatten unserer R1 folgten - über den Hockenheimring, Sachsenring, Nürburgring, Lausitzring, am Bilster Berg, sowie am Circuit de Chambley und Circuit de Chenevieres.

Fahraufnahmen: RACEPIXX.DE


Einen Zwischenfall gab es dann im Juli am Sachsenring, als Wolfgang in der Queckenbergkurve "abgeschossen" und die YAMAHA fahruntauglich beschädigt wurde. Erfreulicherweise ging dies ohne körperliche Verletzung aus und Dominik Klein stellte kurzfristig eine rote Ersatzmaschine zur Verfügung. Absolut Top!

Fahraufnahmen: RACEPIXX.DE


Leider hattte die Saison dann auch ein Ende und traurig mussten wir Ende September die R1 wieder bei Motorrad Klein abgeben.

Abschließend bleibt uns nur noch - auch im Namen der anderen Instruktoren von MotoControl - DANKE zu sagen:

In erster Linie an unsere Teilnehmer für Euer Vertrauen und das positive Feedback, welches uns ermöglicht auch in der kommenden Saison unsere Tätigkeit in gewohnter Weise fortzusetzen.

An YAMAHA Deutschland, namentlich Aaron Lang, Georg Suschka und Dominik Klein , die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass wir mit diese Saison mit der R1 so viel Spaß haben durften.

Nicht zuletzt aber an Matthias Schöter vom MOTORRAD Actionteam. Es freut uns sehr, dass wir an den Renntrainings mitwirken durften und auch in der kommenden Saison weiterhin dabei sind.

Sowie alle anderen, die uns unterstützt haben.

Auch wenn wir jetzt unter neuem Namen auftreten, bleibt die gleiche Grundintention: Zur Verbesserung des Fahrkönnens beizutragen und damit die Sicherheit und den Fahrspaß am Motorradfahren zu steigern. Für uns ist und bleibt es leidenschaftliches Hobby, was wir auch zukünftig mit viel Engagement - und auch eigenem finanziellen Einsatz - fortführen möchten.

Kommt gut über den Winter - wir freuen uns auf die kommende Saison 2018.

Sigi Friemel
Wolfgang Zeller